Dein erstes Bild mit AI

Du hast bereits Text und Musik mit AI erstellt. Jetzt kommt die visuelle Dimension: Ein Bild, das es vorher nie gab, entstanden aus deiner Beschreibung. Nur Sekunden, von der Idee zur Grafik.

Warum du das ausprobieren solltest

Du kennst bereits die Grundprinzipien: AI sagt voraus — den nächsten Token bei Text, das nächste Audio-Segment bei Musik. Bei Bildern funktioniert es genauso: AI erkennt Muster in Bildern und generiert Pixel für Pixel ein neues Bild, das diese Muster widerspiegelt.

Aber das Gefühl ist anders. Wenn du einen Text-Prompt schreibst und ChatGPT antwortet, passiert das in Textform — du liest eine Antwort. Wenn du einen Text in ein Bild übersetzt, ist das Resultat unmittelbar, sichtbar, greifbar. Stell dir vor: Du beschreibst ein Bild in Worten — und Sekunden später existiert es. Nicht ein Stock-Foto, nicht ein Template — ein Bild, das es vorher nie gab.

AI-Bildgenerierung ist vielleicht die visuell eindrucksvollste AI-Fähigkeit, die es heute gibt.

Dein Werkzeug

Es gibt viele kostenlose Tools. Hier sind drei bewährte:

ChatGPT mit DALL-E 3 (chat.openai.com) Der einfachste Einstieg. Du beschreibst das Bild im natürlichen Deutsch-Englisch, ChatGPT verfeinert deinen Prompt und DALL-E 3 generiert. Kostenlos ab einem bestimmten Kontingent. Am besten für: fotorealistische Bilder, Illustrationen, Konzepte.

Ideogram (ideogram.ai) Besonders stark bei Text in Bildern — Logos, Poster, Grafiken mit lesbarem Text. Täglich kostenlose Generationen. Am besten für: Grafiken mit lesbarem Text, visuelle Design-Konzepte.

Leonardo.ai (leonardo.ai) Mehr Kontrolle über Stil und Parameter. Kostenlose Credits täglich. Am besten für: künstlerische Stile, Game-Art, spezifische Ästhetiken.

Wenn du unsicher bist: Starte mit ChatGPT. Es ist am gesprächigsten und verzeiht auch weniger präzise Prompts.

Die Aufgabe

Erstelle ein Bild. Schreib eine Beschreibung (1-3 Sätze). Zwei Beispiele:

Detailliert: "Ein Aquarell-Gemälde einer kleinen Buchhandlung an einem regnerischen Abend. Warmes Licht fällt aus den Fenstern auf das nasse Kopfsteinpflaster. Im Schaufenster sitzt eine orange Katze."

Einfach: "Ein Astronaut, der auf dem Mond Kaffee trinkt."

Beide funktionieren. Die erste gibt mehr Anleitung; die zweite lässt AI kreativer sein. Wähle, was sich für dich richtig anfühlt.

Worauf du achten solltest

Beobachte mit drei Augen:

1. Der erste Eindruck Wow oder meh? Die emotionale Reaktion zählt. AI-Bilder haben oft einen unmittelbaren Wow-Effekt, der beim genaueren Hinschauen verblasst. Das ist völlig normal.

2. Die Details Zoome rein. Zähle die Finger. Versuche, jeden Text zu lesen. Schau, ob Schatten konsistent sind. Der Teufel sitzt im Detail — buchstäblich. Dies ist eine gute Gelegenheit, zu verstehen, wo AI stark und wo schwach ist.

3. Die Interpretation Hat AI verstanden, was du meintest, oder das, was es dachte, dass du meintest? Wo hat es kreative Freiheiten genommen? Würdest du es als "dein" Bild bezeichnen?

Es gibt kein Richtig oder Falsch

Wie in K01 und K02: Jede Reaktion ist valide. Manche finden das generierte Bild besser als erwartet, andere sind enttäuscht. Beides ist ein Lernmoment. In der nächsten Lektion schauen wir gemeinsam auf die Patterns.

Du erstellst dein erstes AI-Bild mit einem kostenlosen Tool (ChatGPT, Ideogram oder Leonardo) und beobachtest genau: Was wirkt wow? Was wirkt merkwürdig? Was hast AI richtig verstanden, was missverstanden?

Wo AI bei Bildern stark und schwach ist