Text mit Kontext
Jetzt weißt du, wie AI funktioniert. Zeit für die Rückkampf — und diesmal gewinnst du.
Die Rückkampf: Diesmal mit Wissen
Erinnerst du dich an deinen ersten Prompt aus Lektion 1? Du hast ohne Vorbereitung geschrieben, einfach drauflos. Das Ergebnis war wahrscheinlich... naja, gemischt.
Jetzt kommt die Revanche. Wir schreiben den gleichen Typ Text — aber mit allem, was du gelernt hast. Du kennst jetzt die drei Task-Typen, du weißt, wie AI Worte vorhersagt, und du verstehst: Kontext ist die Superwaffe.
Das ist wie zwei Schachspiele gegen denselben Gegner. Im ersten Spiel spielst du blind. Im zweiten Spiel siehst du das Brett.
Drei Szenarien zur Wahl
Wähle eines der folgenden Szenarien und schreibe deinen besten Prompt dafür:
Szenario A: Geburtstagsgruß
Die Aufgabe: Schreibe eine Glückwunschnachricht für einen Kollegen, den du gut kennst. Jemand wird diese Nachricht lesen.
Was du bereitstellst: Eure Beziehung (wie lange kennt ihr euch?), gemeinsame Erlebnisse oder Insider-Humor, der gewünschte Ton (persönlich, humorvoll, herzlich).
Warum dieses Szenario: Mittleres Risiko. Echte Person, echtes Publikum. Die Nachricht muss sich anfühlen wie von dir.
Szenario B: Blog-Post-Eröffnung
Die Aufgabe: Schreibe die Eröffnung eines Blog-Posts zu einem Thema, das dir wichtig ist. Veröffentlichbar.
Was du bereitstellst: Zielgruppe (wer liest deinen Blog?), Thema und Fokus (was ist der spezifische Winkel?), Ton (informativ, unterhaltend, nachdenklich?).
Warum dieses Szenario: Mittleres Risiko. Guter Trainingsplatz für Klarheit. Wenn du deinem Blog-Publikum nicht erklären kannst, worum es geht, kann es die AI auch nicht.
Szenario C: E-Mail an einen Kunden
Die Aufgabe: Verfasse eine professionelle E-Mail, in der du eine Verzögerung erklärst. Gelesen von jemandem, der Entscheidungen trifft.
Was du bereitstellst: Kontext der Beziehung (neuer Kunde? Langjähriger Partner?), was passiert ist (kurz und ehrlich), gewünschtes Outcome (Verständnis, nächste Schritte, Vertrauen erhalten).
Warum dieses Szenario: Mittleres bis hohes Risiko. Echte Konsequenzen. Aber genau dafür ist gutes Schreiben wichtig.
Die Kontext-Checkliste
Bevor du deinen Prompt schreibst, arbeite diese Fragen durch:
🎯 WER? — Für wen schreibe ich? (Alter, Hintergrund, Vorwissen, Beziehung zu mir)
🎯 WAS? — Was genau brauche ich? (Format, Länge, spezifische Inhalte, was soll nicht drin sein)
🎯 WIE? — Wie soll es klingen? (Ton: formell, humorvoll, herzlich? Sprachniveau? Tempo?)
🎯 WARUM? — Was ist das Ziel? (Was soll diese Nachricht bewirken? Welche Reaktion ist das Ziel?)
Diese vier Fragen sind dein Kompass. Sie sind auch das, was du der AI erzählst.
Der Vergleich: Vorher und Nachher
Das Spannende kommt jetzt: Wenn dein Prompt fertig ist, halte inne und denk an deinen ersten Versuch aus Lektion 1.
Es geht nicht darum, "bessere Prompts zu schreiben". Es geht darum, klarer zu denken. Der Unterschied zwischen deinem ersten Prompt und diesem ist nicht Prompt-Formel — es ist, dass du jetzt weißt, was du brauchst.
AI macht diese Klarheit sichtbar. Wenn du mummelst, bekommst du einen gemummelten Text. Wenn du klar bist, bekommst du einen klaren Text.
Das Meta-Wissen
Das echte Skill ist nicht "Prompt Engineering". Das echte Skill ist Klarheit über das, was du brauchst.
Alles andere — Prompts, Formulierungen, Techniken — ist nur Handwerk. Aber Klarheit? Das ist die Kunstfertigkeit.
Und genau das trainierst du heute.
Die Rückkampf gewinnt man mit Kontext. Nicht besserer Prompt-Formel — sondern mit klarem Denken über WER, WAS, WIE, WARUM.